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Corinto, Chinandega

2008.05.27
Wochenendausflug in den Nordwesten. Eigentlich waren Berge angedacht, letztendlich wurde es das Meer. Herrliche Pazifikstrände. Hier der Blick von Jans Hausstrand in Richtung nächste Stadt: Corinto. Jan arbeitet mit mir und war so nett, mich für's Wochenende aufzunehmen.

Im Hintergrund sieht man den Wasserarm, der ins Land hinein- und in die Mangrovensümpfe übergeht. Corinto liegt völlig vom Festland abgeschnitten auf einer Insel. Vorne das Meer, hinten die Mangrovensümpfe...

Der Strand, an dem sich wochenends und besonders um den 15. jeden Monats (Zahltag) die Nicas tümmeln. Mich hat man gleich wieder zurückgepfiffen. Es sei zu gefährlich, da herumzuspazieren. Soll wohl in letzter Zeit Überfälle gegeben haben.

Hab gedacht, wie schön es doch ist, wenn sich Kinder stundenlang alleine am Strand beschäftigen können, mit nichts als Wasser, Muscheln und Sand.


Das ist die Brücke die Corinto mit dem Festland verbindet.

Und das ist ein Blick in die Sümpfe...

Ziemliche Idylle hier draußen. In der Stadt drin sieht es dann schon anders aus.

Gleich am Ortseingang: Die Müllkippe. Echt krass. Und überall nebenan wohnen Leute. Manche leben sogar vom Müll.

Die zwei da zum Beispiel. Da hab ich wieder gedacht, echt traurig, dass Kinder stundenlang mit nichts anderem als giftigem Müll spielen müssen.

Am Strand entlang, ging es dann rein in die Stadt. Hier die ersten Ausläufer, keine 50 Meter vom Wasser entfernt. Und das in einer Gegend, in der es jederzeit Seebeben geben kann.

Corinto ist Nicaraguas einziger Tiefseehafen und man merkt der Stadt an, dass hier regelmäßig Geld durchfließt. Ein bisschen was bleibt wenigstens hängen. Leider gibt's auch jede Menge Prostitution. Ein kleiner Junge hat mir beim Nachmittagspäuschen im Stadtpark erzählt, dass er nachts die Matrosen zu den Bordellen und Kneipen führt, um sich was dazuzuverdienen..

Und spektakuläre Strommastarbeiten...naja, schon fast ein Klischee für diese Breitengrade.


Ein paar Eindrücke vom Hafen, wenn auch nicht vom Hauptbecken, da konnte man als Unbefugter nicht hin.



Und kurz vor Sonnenuntergang ging's wieder zurück zu Jans Hausstrand. Vorbei an lauter kleinen Nica-Grüppchen, die den Samstagabend genossen.

Die Gegend, in der Jan wohnt...

...und das Fußballfeld in der Nachbarschaft.

Sonnenuntergang... ohne Worte.


Am Sonntag ging's dann hoch, ganz nah ran an den Hang des Vulkans San Cristóbal. Hier an der Pazifikküste gibt's ein paar letzte Rest des Ökosystems Tropischer Trockenwald. Die Schutzgebiete werden im Co-Management von Nichtregierungsorganisationen und dem Umweltministerium verwaltet und dabei u.a. von Jan beraten.

Näher sind wir nicht rangekommen. Der Himmel um uns war schon ganz dunkelgrau und dann prasselte auch plötzlich der Regen auf uns nieder. Da ham wir schnell den Abgang gemacht.

...bzw. versucht. Das Auto steckte nämlich fest im Schlamm. Eine Stunde und ein paar verlorene Nerven später haben wir uns freigebuddelt und sind im Schritttempo den kleinen Schlammbach runtergefahren bis zur nächsten Straße. Hatte mich schon klitschnass im Auto übernachten sehen. Wenn man da in den Bergen stecken bleibt, kann man nicht mehr viel machen. Losgehen und den nächsten Traktor holen. Und warten, bis der Regen vorbei ist.

Gewitterstimmung am Fuße des Vulkans. Seine Silouette sieht man noch im Hintergrund.

Und hier wieder. Das ist jetzt schon Montag Morgen, kurz sechs, auf dem Weg zurück nach Managua ins Büro. Der San Cristóbal ist Nicaraguas höchster Vulkan, über 1700 m... Irgendwann nehm' ich ihn mir nochmal vor.


Im Büro wurde dann erst mal Jorges 25. Geburtstag gefeiert und ein typisch eklig-süßer Cremekuchen angeschnitten, Queque, wie er hier heißt. Jorge ist unser Techniker/Hausmeister - und witzigerweise ein Sandkastenfreund von Yalvesca, meiner Mitbewohnerin. Links neben Jorge sitzt Christoph, unser Chef.

Mmmh... und jetzt rein mit der Nase!!!

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