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Yunan

2007.04.01




















Ein weiterer Ausflug ging in den sogenannten Steinwald, der schon wie der Name sagte, ein Wald aus hohen Steinen ist, durch den man hindurch gehen kann. Die Fotos, die wir uns vorher angesehen hatten, entsprachen allerdings nicht ganz der Wirklichkeit: Zu sehr wurde der Steinwald begrenzt, zu viele Hotels und zu viele große Spazierwege…. Enttäuschend klein war er.

Am stärksten haben uns, als wir weiter in den Süden fuhren die Reisterassen beeindruckt, die sich durch ganze Bergabhänge zogen: Man steht hoch oben an einem Abhang und sieht kilometerweit nach unten nur Reisterrassen.
Von dort aus fuhren wir mit kleine Dorfbussen, manchmal eingezwängt zwischen irgendwelchen Hühnern und Säcken noch weiter südlich. Wir wurden komischerweise erst immer weiter nach Osten geschickt ehe wir endlich den richtigen Expressbus fanden, der uns nach Süden fuhr. Einen Abend schien sich alles gegen uns verschworen zu haben. Nach zweistündiger Fahrt mit so einem kleinem Bus (teilweise über Schotterwege, wo wir merkten, warum keiner ganz hinten sass: wir hüpften zwangsweise auf den Sitzen herum bis uns der Rücken weh tat.), kamen wir endlich in einer nichtssagenden Stadt an, von der aus wir hofften, einen Expressbus in den Süden nehmen zu können. Gab es leider nicht, wie uns die Frau am Schalter nach mehrmaligen hartnäckigem Nachfragen („das kann doch nicht sein!“) wütend versicherte. Also, machten wir uns in strömenden Regen auf, um ein Hotel zu suchen und landeten erst in einem Bordell, wo man uns grinsend wegschickte („Aber da steht doch „Hotel“ drauf!“) bis wir nach einigem Suchen endlich ein Hotel fanden. Dann war uns nach dieser anstrengenden Fahrt nach Essen zumute, aber um 22 Uhr abends hatten in dieser Straße nur wenige Restaurants auf. Wir fanden ein kleines Stübchen, wo man auch bereit war, für uns noch mal den Herd „anzuschmeißen“ und uns beflissen und freundlich das Essen zeigte: Frisches Gemüse auf dem Tisch (sehr schön!) und Fleisch auf der Theke. Was für Fleisch?
- Ja, wie wärs denn mit dem hier? Schwups, wurde das Tüchlein weggezogen und vor uns saß ein kleines Hündchen. – Naja, Spanferkel so in der Form gibt es ja auch in Deutschland, aber Tier ist ja nicht gleich Tier. Also zogen wir als Vertreter eines hundeliebendes Volkes von dannen und machten uns lieber in einem muslimischen Restaurant über Lammfleischstückchen her (da sieht man wenigstens nicht den Ursprung. Manchmal kann das aber auch „gefährlich“ sein so wie bei einem Hochzeitsessen, bei der ich große Stücke von, wie ich dachte, Tintenfischstücken aß und erst später feststellte oder besser mir gesagt wurde, dass es sich dabei um Entenzungen handelte. ).
Wo war ich stehengeblieben? Achja, endlich saßen wir in dem Expressbus und fuhren ca 7 Stunden fast an die Grenze von Thailand nach Jinhong. Dabei stellten wir fest, dass viele Chinesen nicht „busfest“ sind. Anfangs wurden Tüten verteilt und eine Frau machte davon besonders ausgiebig Gebrauch. Faszinierend war, dass als eigentlich man dachte, es kann jetzt eigentlich nichts mehr „rauskommen“, so sehr hatte sich die Frau die Seele aus dem Leib „gekotzt“, die Geräusche nicht aufhören wollten (sehr ausdauernd und sehr „beeindruckend“). Dann gab es noch eine Runde Tüten und wie Thomas mir dann später erzählte (ich versuchte mich durch Musik aus dem Mp2 Player und konzentriertes Hinausschauen aus dem Fenster abzulenken), griffen plötzlich alle zu und nach der Reihe fing das große „Kotzen“ an. Wir waren wirklich heilfroh, dass die Frau nicht die ganze Strecke mit uns fuhr. Das Ablenken fiel gar nicht so schwer: Die Landschaft war einfach herrlich. Wir fuhren durch Gebirge, an Bananenstaudenfelder, Kautschukbäumen, Terassenfelder an Abhängen, Bambuswäldern vorbei und durch immer ländlicher werdenden Gebiete. Zum Schluß sah die Landschaft der Thailands sehr ähnlich. Man spürte: Wir waren in den Tropen angelangt. In Jinhong war es so faszinierend, dass man sich in der Stadt fand und sobald man außerhalb Jinhongs war, war man auf dem Lande.
Allein der Teil Yunans, den wir gesehen haben, ist so vielfältig, was Land und Volk angeht (da es auch sehr viele Minderheiten gab).
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