Constantins ReiseBlog - Wien

by Constantin Stephan April. 25, 2020 230 views

Obwohl man freilich nicht erwarten darf, zurück in die Zeit der k.u.k. Monarchie versetzt zu werden, was möglicherweise auch kein völlig ungetrübtes Vergnügen wäre, hat die österreichische Hauptstadt immer noch ein besonderes Flair, dem man sich nicht ganz entziehen kann.

Das beste Foto von Wien kann man vom oberen Teil des Gartens des Schlosses Schönbrunn aus machen. Man sieht hinter dem Schloss die ganze Stadt und den Stephansdom. Dann kennt man schon zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Ganz oben, quasi als Gegenstück zum unten stehenden Schloss, thront die zunächst nur Repräsentationszwecken dienende Gloriette. Kaiser Franz Josef benutzte sie jedoch als Speisesaal und Frühstückszimmer. Auch jetzt dient sie gastronomischen Zwecken; es befindet sich darin ein Café. Wenn man dort etwas getrunken hat, darf man also beim Verlassen mit Fug und Recht sagen: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“

Die halbkreisförmige, über 5 Kilometer lange Ringstraße wurde nach dem Schleifen der alten Stadtmauern als Repräsentationsboulevard konzipiert und wird von Prachtbauten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesäumt. Nur schade, dass die Verkehrsführung für Autos, Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger heute an vielen Stellen sehr unübersichtlich und unfallträchtig ist, da sich die unterschiedlichen Fahrspuren bisweilen in geradezu verwirrender Weise kreuzen und nicht immer sofort klar ist, welche Ampel für wen gilt.

Das Burgtheater am Universitätsring ist das größte deutschsprachige Sprechtheater. Als Ensemblemitglied ist es eine Ehre und Auszeichnung, sich „Burgschauspieler“ nennen zu dürfen, und auch für das Wiener Publikum gilt es als besonders vornehm, in die „Burg“ zu gehen.

Die Fiaker, die aufgereiht vor dem Michaelertrakt der Hofburg auf Fahrgäste warten, werden ambivalent gesehen. Einerseits will eine Initiative sie zum immateriellen Weltkulturerbe erklären lassen, andererseits verursachen die Hufe der vielen Pferde deutliche Schäden auf den Straßen, deren Reparatur jährlich mit 700.000 Euro veranschlagt wird. Kritisiert wird im Sommer auch der Hitzstress für die Pferde. Eine Fahrt will aber auch aus einem anderen Grund wohl überlegt sein: die Fahrpreise sind horrend.

Über die Reichsbrücke gelangt man zur Donau City mit ihren protzigen Hochhäusern und dahinter – von diesen fast verdeckt – den Gebäuden der UNO City. Der vordere, riesige Wolkenkratzer, der 2013 fertiggestellte DC Tower 1, ist ein Hotel- und Bürogebäude; zwei weitere, etwas kleinere Gebäude dieser Art sind geplant. Das Hochhaus Neue Donau ganz rechts ist ein kombiniertes Büro- und Wohngebäude, das zweithöchste dieser Art in Österreich.

Wenn schon Prater, dann mit Stil. Die vielen Fahrgeschäfte sind uninteressant, allenfalls die Geisterbahn ist ganz unterhaltsam. Aber eine Fahrt mit dem Riesenrad muss sein. Es wurde sogar im Film verewigt: eine Schlüsselszene des Krimiklassikers „Der dritte Mann“ spielt in einer der Gondeln.

Obwohl das Riesenrad mit seinen knapp 65 Metern Höhe bereits bei der Eröffnung 1897 kleiner war als die ebenfalls vom englischen Ingenieur Walter B. Basset in London und Blackpool gebauten „Giant Wheels“ und heutzutage an die 252 Meter des Donauturms ganz hinten überhaupt nicht heranreicht, ist die Aussicht auf die Stadt bis zur UNO City nicht schlecht.

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