Constantins ReiseBlog - Venedig

by Constantin Stephan April. 26, 2020 209 views

Zur Karnevalszeit ist das Wetter in Venedig meist winterlich kalt und grau. Die eleganten, farbenfrohen Kostüme kommen in dieser Umgebung umso besser zur Geltung. Abends wird die Stadt sehr schnell sehr ruhig, und im Nebel entsteht eine fast gespenstische Atmosphäre.

Der Canal Grande heißt tatsächlich so, und nicht etwa „Canale Grande“ – ein Fehler, den selbst Italiener machen. Auch heißen in Venedig nur zwei Plätze wirklich „piazza“, nämlich der Piazzale Roma im Westen mit dem Busbahnhof und die Piazza San Marco. Alle anderen Plätze heißen „campo“.

Die Einfahrt (oder das Ende, je nachdem, wie man es sieht) des Canal Grande markiert die großartige barocke Kirche Santa Maria della Salute, die tatsächlich zwei Kuppeln und zwei Campanili besitzt. Das monumentale Bauwerk ruht auf über einer Million Pfählen.

Es gibt zwei an den Häuserwänden gut ausgeschilderte Wege zum Markusplatz: die nördliche Route über Rialto und die Geschäftsstraßen hinter dem Uhrenturm (Torre dell’Orologio) sowie den nicht weniger interessanten südlichen Weg über den Ponte dell’Accademia. Die Rialtobrücke war bis zum Bau des Ponte dell’Accademia 1854 die einzige Brücke über den Canal Grande. Die Bezeichnung „Rialto“ entstand aus dem lateinischen „rivus altus“ (tiefer Kanal), das dann auf Italienisch zu „rivo alto“ (hohes Ufer) wurde.

Die „Masken“ (kostümierte Menschen) sind grundsätzlich stumm und wandeln oder posieren nur. Ansonsten tun sie nichts, ganz anders als beim turbulenten Karneval in Deutschland oder gar auf Teneriffa oder in Rio de Janeiro. Ich persönlich bevorzuge die elegante venezianische Variante.

Alle „Masken“ freuen sich darüber, fotografiert zu werden. Am anderen Ende des Markusplatzes findet regelmäßig der „Concorso de la maschera più bella“ statt. Bei der obligatorischen Frage „Chi ha fatto questa maschera?“ sind dann immer diejenigen Bewerber im Vorteil, die ihre Kostüme nicht gekauft, sondern selbst genäht haben. Einige Frauen haben monatelang daran gearbeitet.

Wer über – oder besser gesagt durch – die Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri) gehen musste, war nicht zu beneiden, führte dieser Weg doch vom Gerichtssaal im Dogenpalast in die dunklen Zellen des Gefängnistrakts. Der berühmteste Gefangene war Giacomo Casanova, dem eine abenteuerliche Flucht gelang. Die Brücke hieß damals übrigens nicht so; der Name „Seufzerbrücke“ entstand erst später in der Zeit der Romantik.

Die dem Markusplatz gegenüberliegende Isola San Giorgio Maggiore ist wegen ihrer malerischen Lage ein beliebtes Fotomotiv. Der Campanile dort drüben ist ein fast perfektes Gegenstück zum Campanile von San Marco.

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