Fishguard - Die wilde Westküste von Wales

by Martinundjule April. 05, 2009 2459 views

Vom Wanderfieber getrieben, konnte ich nicht einfach so still zu Hause rumsitzen, während draußen die Sonne vor sich herscheint (wer weiß, wie es nach Ostern um das walisische Wetter steht). Also hab ich morgens um 10 beim Kaffee beschlossen an die Küste von Pembrokeshire zu fahren. Zugfahrplan und Ticketpreise haben auch in den Rahmen gepasst. Schnell noch ein Hostel rausgesucht, angerufen und Zimmer klargemacht und schon konnte es losgehen. Die Zugfahrt war jeden Penny wert, teilweise ging die Strecke direkt am Wasser entlang.

Hier sieht man die Ruinen des Llansteffan Castle an der Mündung des Flusses Towy in seltsame, aus dem Meeresboden kommende Wolken gehüllt.

Nach einer etwa zweistündigen Zugfahrt erreichte ich dann Fishguard, ein kleines Nest, Heimat des berüchtigten Piraten Captain Blackbeard, bekannt aber in erster Linie eher als Fährhafen nach Irland.

Tatsächlich haben hier bis vor dem ersten Weltkrieg sogar Luxusliner wie die Mauritania der Cunard Lines nach Amerika abgelegt. Sicher wurde der Rasen auch damals schon genauso liebevoll gepflegt.

Da es bereits 14 Uhr war, musste ich mich beeilen. Schnell ins Hostel einchecken und dann ab auf den Coast Path. Aber so schnell ging es dann doch nicht, da der Hafen und der Stadtkern nochmal 3 Kilometer voneinander entfernt waren.

Der Hostelbesitzer hat mich netterweise mit dem Auto zum Ausgangspunkt für die Küstenwanderung gebracht. So musste ich nicht nochmal die ganze Strecke durch den Ort zurücklaufen. Von dort gab es auch gleich den ersten tollen Ausblick.

Dann hörte es mit tollen Ausblicken auch gar nicht mehr auf. Und wie am Fuße des Cader Idris wieder überall der duftende Stechginster.

Auf dem gesamten Wanderweg bin ich genau 3 Personen begegnet. Echte Einsamkeit hier, zumindest noch Anfang April.

Hier hab ich erst ein Picknick und dann ein Nickerchen in der Sonne gemacht.

Die Spitze auf der Klippe im Hintergrund ist der Carregwastad Point, an dem die Franzosen, zum letzten Mal übrigens, feindlichen Sinnes 1797 auf der britischen Insel gelandet sind. Mit 4 Schiffen und 1200 Soldaten sind sie angerückt und wurden durch etwa halb so viele walisische Frauen und Männer und die rauen Mengen des beschlagnahmten und unwillkürlich konsumierten Alkohols zur Kapitulation gezwungen.

Ganz schön steil gehts manchmal gleich neben dem Wanderweg in die Tiefe.

Gar nicht mal so klein.

Schafswolle im Wind.

Anarchie am Himmel!

So weiß die Schafe, so schwarz die Rinder.

Der Leuchtturm von Strumble Head vom 195m hohen Garn Folch aus gesehen. Es dämmerte bereits vor sich hin, Zeit für den Rückweg.

Ein letzter Blick Richtung Südwesten. Der Pembrokeshire Coast National Park existiert seit 1952 und der dazugehörige Fernwanderweg zieht sich fast 300 Kilometer um die Südwestspitze von Wales. Da könnte man noch einige Tage und Wochen weiterwandern.

Das war noch auf dem Rückweg. Autofetischismus pur.

Am nächsten Tag war das Wetter eher mäßig. Hier das Hostel, in dem ich ein kleines Einzelzimmer für 20 Pfund bekommen habe.

Auf dem Kirchfriedhof im Zentrum: David Davies neben David Davies. Wir sind definitiv in Wales:)

Ein Denkmal zu Ehren des Heringsfangs im alten Hafen von Fishguard.

Fischer gibt es immer noch und so sieht der Garten eines Fischers aus. Vermutlich steigt das Wasser bei Flut bis in den Garten.

Der eine Teil der kleinen Fischfangflotte von Fishguard.

Der andere Teil der kleinen Fischfangflotte von Fishguard.

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