Bloody Sunday City

by Martinundjule May. 28, 2009 1492 views

Doire Cholm Chille (Eichenhain des heiligen Columcille), Derry (von Doire) oder Londonderry (seit 1618, weil Londoner Kaufleute das zerstörte Derry wiederaufbauten und die bis heute erhaltene Stadtmauer errichten ließen) - viele Namen für die viertgrößte Stadt Irlands. 1689 wurde die Stadt von James II, dem ein Jahr zuvor abgesetzten katholischen König von England, Schottland und Irland, 105 Tage letztlich erfolglos belagert. Im 18. und 19. Jahrhundert brachen von hier viele Iren nach Amerika auf, um den ständigen Hungersnöten und Repressalien der englischen Krone zu entkommen. Im späten 20. Jahrhundert schließlich war Derry Schauplatz der “Troubles”, d.h. der Auseinandersetzungen zwischen irischstämmigen Katholiken und englisch- bzw. schottischstämmigen Protestanten, die 1972 am Bloody Sunday eskalierten.

Die in den 1,5km langen Mauern eingefasste Altstadt hat viele nette Ecken.

Der Blick von der erhöhten südwestlichen Altstadt auf Bogside, das Stadtviertel der irischen Nationalisten, wo die Ereignisse des Bloody Sunday ihren Ausgang nahmen.

Eine der Kanonen, mit denen die Stadt sich während der Belagerung gegen die Truppen von James II. verteidigte.

Der Blick von Bogside hoch zur Stadtmauer mit dem Turm der spätgotischen Kathedrale im Hintergrund.

Wie man sieht, ist hier noch nichts gegessen. Die Willkommensbotschaft oder Warnung, je nach dem, befindet sich schon seit 1969 an dieser Mauer und wird seitdem gehegt und gepflegt.

Ein eher unkonventionell geschmücktes Wettbüro in Bogside.

Die “Bogside Artists” Tom und William Kelly sowie Kevin Hasson arbeiten seit 1993 an der Gestaltung der Bogside und halten so das Gedenken an die Ereignisse aufrecht. Die People's Gallery, bestehend aus 12 Murals, zieht sich über die gesamte Länge der Rossville Street. Ich spar mir an dieser Stelle die Beschreibung der einzelnen Murals, Infos auf http://www.freederrymurals.com [freederrymurals.com]

Es war ein Protestzug von Bürgerrechtlern gegen die Internment-Politik der nordirischen Regierung, die im Kampf gegen die IRA ohne konkreten Verdacht irischstämmige Bürger festsetzte, bei dem es am 30.01.1972 zu Schüssen seitens der Polizei und zu Todesopfern untern den Protestierenden kam.

Der Eingang zum Free Derry Museum.

Gedenkstein für die 14 Todesopfer des Bloody Sunday. Als Reaktion auf die Todesfälle stürmte ein wütender Mob die englische Botschaft in Dublin und brannte sie nieder. Zur Zeit läuft eine neue Untersuchung des Falles, denn die Aussagen der bei den damaligen Untersuchungen offiziell entlasteten Polizisten, nach denen das Feuer aus den Reihen der Teilnehmer des Protestzuges eröffnet wurde, widersprechen zu vielen Tatsachen.

Freiheit…

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