Eifelwald statt Rotwein

by Martinundjule May. 17, 2010 2576 views

Altenahr scheint fast nur aus Pensionen, Restaurants und Weinlokalen zu bestehen. Gern hätte ich einen Rheinischen Sauerbraten oder etwas ähnliches aus der heimischen Küche zum Abendessen genossen, aber alle Küchen und so gab es nur Chinapfanne, aber lecker und riesig:)
Das 20€-Pensionszimmer war sogar noch kleiner als mein Zimmer in Wales, und leider war das Bett kürzer als ich lang bin. Die Gemeinschaftstoilette direkt hinter der Wand, zu der mein Kopf gebettet war, erfuhr des Nachtens rege Benutzung und ich hatte meine Ohropax vergessen:( Dafür war der nächste Morgen sonnig-frisch und das Frühstück ausgiebig.
Gegenüber der Pension gibt es einen Zeltplatz, auf dem ich fast nur niederländische Camper entdecken konnte. Das Klischee der holländischen Familie im Camper auf Tour durch Deutschland, hier scheint es wahr zu sein. Tatsächlich ist die deutsch-niederländische Grenze nicht weit entfernt und das Land jenseits dieser zeichnet sich wahrlich nicht durch ein ausgeprägtes Relief aus. Da kommt so ein Eifelgebirge gerade recht:)

Bei der Burg Are beginnt das Langfigtal, eine Schleife der Ahr, das 1983 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Dieser Teil der Wanderung war mit Abstand der schönste.

Auf dem Weg hoch zum Schrock (405m) gibt es Details zu entdecken.

Ein Blikck zurück ins Langfigtal mit der versteckten Ahr mittendrin zeigt die Abgeschiedenheit und die dichte Laubwaldvegetation dieses winzigen Naturschutzgebietes.

Auf dem Schrock angekommen, gibt es einen weiten Blick gen Nordosten weit über Mayschoss hinaus, mit dem Siebengebirge am Horizont.

Und eine uralte Bank zum Picknicken steht auch zur Verfügung.

Es ging aber noch höher, und zwar auf den Steinerberg, mit 530m die höchste Erhebung der Ahr-Eifel, von dem man weit in die tiefen Eifelwälder blicken kann.

Diesen Ausblick hat man aber nur, weil die Kuppe des Steinerberges eine Wiese ist.

Wie im Park sitzen, aber der Ausblick ist besser.

Wie bunt muss das erst im Herbst hier sein!

Der Ahr-Venn-Höhenwanderweg (>) führte mich vom Steinerberg Richtung Ahrweiler zurück. In 5 Tagesetappen kann man auf diesem Weg vom Rhein bis nach Aachen wandern. Allerdings sind mir diese Höhenwege aufgrund fehlender Aussichten irgendwie zu langweilig.

Das hier zum Beispiel ist der Gipfel des Berges Häuschen (der wirklich diesen Namen trägt. ob wegen dieser kleinen Holzhütte?) Ganz spannend…

Irgendwann ging es zum Glück wieder bergab, obwohl sich an dieser Stelle mein Meniscus schon bemerkbar gemacht hat. Mit Mountainbike hätte das hier bestimmt Spaß gemacht - Downhill:)

Gegenüber der “Bunten Kuh” bin ich dann wieder aus dem Wald herausgekommen. Der seltsame Name soll übrigens vom französischen “bon de gôut” (guter Geschmack) stammen. Mit diesem Prädikat lobten die napoleonischen Soldaten nach der Besetzung des Ahrtals den Rotwein, der unterhalb des Felsens angebaut wurde. Die Winzer verstanden aber kein Französisch und hielten den Spruch aber für die Worte “Bunte Kuh” auf Sächsisch.

Fliegenfischen in der Ahr.

Ein Stadttor von Ahrweiler.

Noch ein Stadttor von Ahrweiler, samt Maibaum und Kirchturm (von denen einer definitiv schief steht). An dieser Stelle war die Wanderung beendet. Auf die zurückgelegten 2x20km habe ich habe mir ein Glas Spätburgunder aus Dernau gegönnt und den Zug zurück nach Bonn-Bad Godesberg genommen.
Gleich an diesem Abend begann das Vorbereitungsseminar mit einem gemeinsamen Abendessen. Zwar verbrachte ich täglich etwa 7h sitzend und kaffeetrinkend in Seminarräumen, aber die Leute waren super und der Input genauso wichtig wie überwältigend, so dass wir alle von den anstehenden Aufgaben beeindruckt, wenn nicht erschlagen, waren. - Für alle, die jetzt gar nicht wissen, worum es geht: Es geht um ein DAAD-Lektorat in Galway/Irland, Beginn September 2010, voraussichtliche Dauer mindestens 2 Jahre.

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Alexis Jaworski 9 years, 4 months ago

Nice shots!

9 years, 4 months ago Edited
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