Wandern in Nordirland - Die nordirische Mauer

by Martinundjule August. 09, 2013 2917 views

Der Badeort Newcastle bietet den einfachsten Zugang zu den nordirischen Mourne Mountains und zum Slieve Donard (Gipfel im Hintergrund). Mit 850m ist dies der höchste Berg im Norden Irlands.

Folgt man der Küstenstraße ein kleines Stück weiter nach Süden, kann man bei den Klippen an der Bloody Bridge parken und von dort einem alten Schmugglerweg, dem Brandy Pad, bis zur Mourne Wall folgen.

Und wenn man Glück hat, kann man vom Parkplatz aus sogar riesige Meeresbewohner bei der Futtersuche beobachten. Da muss man sich als Angler schon überlegen, wie weit man die Schnur auswirft:)

Die Bloody Bridge erhielt ihren Namen durch ein Massaker im Jahre 1641, bei dem das Wasser des Baches entsprechend die Farbe wechselte.

Kein Blut mehr drin:)

Dafür gibt's hier andere schöne Farben…

Der alte Schmugglerpfad bietet erstaunlich komfortablen Untergrund, so dass der Slieve Donard insgesamt trotz seiner Höhe leicht zu erwandern ist.

Blicke übers Meer bis zur Isle of Man gibt es schon nach den ersten paar Höhenmetern. Schön, dass es sich die dicken, dunklen Wolken an diesem Tag sämtlich über dem Meer erleichtert haben.

The Isle of Man zwischen Irland und Schottland durchs Teleobjektiv.

Das verrostete Wellblechdach einer Hütte, die zu einem stillgelegten Steinbruch direkt am Wanderweg gehört.

Kurz hinter dem Steinbruch, nach etwas über 3km Wanderung steht man dann plötzlich vor einer Mauer, die erstaunlich hoch und dick gebaut ist. Das ist die Mourne Wall, die sich mit 35km Länge durch die gesamten Mourne Mountains zieht. Sie wurde einstmals gebaut, um sicherzustellen, dass Rinder und Schafe nicht das Wasser verschmutzen, das in Stauseen gesammelt als Trinkwasser bis nach Belfast geleitet wurde.

Bei heftigem Wetter ist diese Mauer sicher ein praktischer Wind- und Regenschutz im sonst eher kargen Gelände. Und man kann streckenweise auch ganz gut darauf entlangspazieren.

Wieder mal alles Granit hier.

Mehr und mehr lassen sich die Ausmaße der Mourne Mountains ausmachen. Anders als z.B. in Connemara werden hier die Berge direkt durch ein Mosaik von Weide- und Ackerflächen begrenzt.

Das endlose Band der Mourne Wall.

Angekommen! Netterweise ist die Mauer auch mit kleinen Türmchen bestückt.

Normalerweise müsste ich jetzt auf der Leiter stehen und posen, aber meine neue Kamera ist noch zu neu, die geb ich nicht in fremde Hände und auf den Boden leg ich sie auch nicht.

Irgendwo dahinten, 40km entfernt, liegt Belfast.

Der Wanderweg, der im Wald direkt hinter Newcastle beginnt, führt auf seinem letzten Stück von Westen an den Gipfel ran.

Wo ist der Leuchtturm?

Zooooooom:)

Dundrum Bay im Nordosten der Mournes. Und wie man sieht gibt es noch einen weiteren Anstieg zum Gipfel. Je nach Wetterlage und Windrichtung kann man sich einen passenden Weg raussuchen. Meiner war heute der beste, denn der Wind kam von der Landseite also von Westen her angepfiffen (Der Skipper nennt das dann ablandiger Wind). Auf dem letzten Stück Anstieg hab ich dann direkt den Windschatten der Mauer ausgenutzt.

Und von daher wehte der Wind.

Klischee!

Auf dem Rückweg: Slieve Binnian, ein markanter Gipfel in den Mourne Mountains.

Vielleicht bleibt ja noch Zeit für eine Wanderung auf diesen Gipfel und ins Silent Valley…

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