Inselurlaub 1 - Connemara und Burren

by Martinundjule March. 23, 2014 1628 views

Es braucht anscheinend mittlerweile mindestens eine Wanderung oder einen Urlaub, damit ich es überhaupt mal hinkriege diesen Photoblog zu füttern. Jetzt also ein kleiner Irland-Urlaub, ganz allein, um nach 6 Monaten mal zu gucken, ob es dort immer noch genauso aussieht - tut es, alles beim Alten, und das ist auch gut so. Der Versuch, mit dem Mietauto direkt von Dublin Airport nach Galway zu gelangen, scheiterte am Kreditkartenlesegerät der Autovermietung, und so musste ich, wie bisher auch immer, den guten alten Direktbus nehmen. Untergekommen bin ich in Galway unserem alten Haus, das nun eine richtige Mädchen-WG geworden ist (war es ja vorher mit 3:1 auch schon fast;) Am ersten Abend dann gleich ein Guinness mit Annelie im Scholar's Rest, und so ging es dann auch weiter:)

Was in den 3 Jahren Galway eher selten geklappt hat, waren dagegen - abgesehen vom German Play - Theaterbesuche. Das Stück “A Skull in Connemara”, das ich schon letztes Jahr verpasst hatte, musste ich mir diesmal also unbedingt anschauen. Krass, wie dabei die Bühne des Town Hall Theatres zu einem irischen Cottage und zum Friedhof umfunktioniert wurde. Das Theater kannte ich ja bisher nur als Sonntagskino. Das toll gespielte (und sprachlich manchmal schwer verständliche) Stück ist kurz zusammengefasst: Was macht ein Friedhofsgräber, der regelmäßig Platz auf dem kleinen Friedhof schaffen soll (der anscheinend nicht vergrößert werden kann), eigentlich mit den Gebeinen, die er da aus der Erde holt?

Er nimmt sie mit nach Hause …

… und zerkloppt Sie mit dem Hammer zu Staub. (Ein implizites Plädoyer für die Urnenbestattung?) Fertig, Problem gelöst. Das darf nur keiner mitkriegen, versteht sich. Und dann ist da ja auch noch der Umstand, dass des Gräbers eigene Frau - die einst bei einem mysteriösen Autounfall im Sitz neben ihm starb - demnächst ausgebuddelt werden müsste… Ein skuriles, leicht düsteres aber auch herzhaft amüsantes Stück mit Einblicken in den Umgang der Iren mit den Toten.

Dann einen Tag später Wandern im gar nicht düsteren Connemara. In Galway hat es mit dem Mietauto zum Glück geklappt. 4 Tage für 120 Euro inkl. allen Versicherungen. Nicht billig, aber dafür kommt man dann auch in der Gegend rum und es gibt Platz für Begleitung. Also endlich wieder frische Nordatlantikluft in der Nase:) Und ein bisschen Wanderanstrengung in Lunge und Beinen, das fehlt in Berlin ja so völlig.

On top of Diamond Hill, zu wievielten Mal eigentlich?

Für Franzi das erste Mal. Freu:)

Nach einem Tag mit eher bescheidenem Wetter ging es dann in den Burren, und zwar auf den Ailwee Hill, also den Hügel, in den sich die Ailwee Cave hineingefressen hat.

Auf dem Weg hinauf bot eine vom Wind zerschossene Wellblechscheune diesen Anblick.

Sogar die dicken Eisenträger hat es angeknickt. Die Winterstürme müssen hier dieses Jahr heftig gewesen sein. Berichte über Unwetter in Irland und UK sind ja sogar bis in die deutschen Nachrichten vorgedrungen.
Überhaupt gab es unzählige Scheunen und Tränken und eben Rinder auf dem Hügel. Weil es der einzige in der Umgebung mit einer dicken Grasdecke obendrauf ist und dazu noch leicht mit dem Auto zu erreichen. Man kann sogar, zumindest als Farmer, auf recht gut befestigten Wegen praktisch einmal über das Plateau drüberfahren. Also blieb das lustige Springen von Steinplatte zu Steinplatte leider aus und der Spaziergang geriet mehr zu einem Kuhfladenslalom.

Dennoch bietet der Ailwee Hill Superaussichten, und zwar einmal nach Norden über Ballyvaughan und über die Galway Bay rüber bis nach Connemara sowie nach Nordwesten zum Cappanawalla/Black Head (ganz links).

Und dann eben auch nach Osten zum Slieve Carran (rechts), zu diversen Turloughs (also temporären Karstseen) und zum Turlough Hill (links im Bild), zu dessen Füßen das Burren Outdoor Education Centre liegt (der dunkle Fleck rechts unter der Wiese, die sich den Hang hinaufzieht), ehemaliger (und vielleicht auch wieder zukünftiger?) Austragungsort des Burren Weekends.

Der größte Turlough der Region, teilweise zu sehen rechts im Bild, befindet sich nahe der Ortschaft Carran. Im Sommer reduziert sich dieser See dann auf den kleinen Bach, der durch das Tal fließt. Windräder sieht man im Burren übrigens öfter, allerdings nur solche zur Farmversorgung. Im Bild direkt hinter dem Windrad sieht man die zur Uni Galway gehörende Carran Field Station, wo auch schon mal Burren Weekends stattgefunden haben.

Burrenglühen mit Kuh.

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