Inselurlaub 3 - Dublin

by Martinundjule March. 29, 2014 1496 views

Die eine Woche Galway ging wirklich schnell vorbei. Mich hat überrascht, wie unglaublich schnell ich mich wieder an die Stadt und alles drumherum gewöhnt habe. Ein halbes Jahr ist halt nix. Witzig, nochmal im alten Haus zu wohnen und die alte Bürotür zu öffnen. Sogar Simone saß noch am Schreibtisch, alles wie früher. Jetzt schmeißt meine Nachfolgerin Franziska den Laden und hat mit gestiegenen Studentenzahlen zu kämpfen. Da scheint die genau vor einem Jahr angelaufene Werbekampagne für die deutsche Sprache in Irland “German Connects” [germanconnects.ie] also zu funktionieren. Witzig, dass die Lehrveranstaltungen in Galway für das gesamte akademische Jahr enden bevor wir in Berlin überhaupt mit dem Sommersemester loslegen.
Zurück zum Rest der Reise, genauer die letzten 3 Tage, die ich bei Anna in Dublin verbracht habe. Mein ehemaliger Student Christopher hat mich netterweise mit dem Auto in die Hauptstadt mitgenommen. Christopher war in meinem ersten Lektoratsjahr blutiger Anfänger, hat aber mehr als andere reingehauen und wird jetzt seinen Abschluss in Deutsch machen. Wir konnten uns während der Autofahrt auf Deutsch genauso gut wie auf Englisch unterhalten. Da ich ihn nach dem ersten Jahr nicht mehr unterrichtet und seit langem nicht mehr gesehen hatte, war es schön, die Entwicklung vom First Year Beginner zum Final Year Student so erleben zu können. Ist man schon ein bisschen stolz:)

Der schicke Süden von Dublin, in dem Anna wohnt.

Georgianische Architektur am Merrion Square.

Grafton Street, Dublins Shop Street / Kurfürstendamm / Kröpi, wo es wohl jeden Tag Livemusik gibt.

Und Blumen.

In der Cow's Lane befindet sich dieser kleine Laden namens ThunderSolas [thundersolas.com], in dem Leder zu Taschen, Portmonnaies und Gürteln verarbeitet wird. Die Herkunft von Jules neuem Portmonnaie ist damit dokumentiert:)

Im genialen Queen of Tarts genau gegenüber von der Geldbörsenmanufaktur haben wir dann Cumberland Lodge gespielt, 2 Ehemalige und eine noch tätige DAAD-Lektorin, Annelie und die ÖAD-Lektorin vom Trinity College.
Meine ehemalige DAAD-Kollegin Bilun saß zufällig im selben Flug nach Dublin und ist dann auch mit demselben Flug wieder zurück nach Berlin geflogen. Letztes Jahr hatten wir uns auch zufällig im Flugzeug von Dublin nach Berlin getroffen:)

Da wurden wichtige Dinge diskutiert …

… und leckere Küchlein verspeist.

Und in guter alter Lodge-Manier durfte auch ein Pint nicht fehlen. Das gab es dann aber im “Grand Social” [thegrandsocial.ie], dem Roisin Dubh von Dublin mit Graffiti an den Wänden, vielen Indie-Konzerten, Tanzkursen und lecker Bier.

Please have a seat!

Sonntags gibt's hier immer eine Mischung von Livebands for free zu genießen (“Saucy Sundays”). Die Entdeckung des Abends war für mich die Indiepoprockband “Silences” [silencesmusic.com] aus Belfast (nicht die Band auf dem Foto:)

Neben der Ess-/Trink-/Ausgehkultur gibt es in Dublin natürlich auch viele Museen, von denen ich bisher noch kein einziges besucht hatte. Meinen Nachholbedarf habe ich zuerst im Kilmainham gestillt. Das ist ein riesiges Gefängnis, gebaut Ende des 18. Jahrhunderts, das besonders nach dem Osteraufstand 1916 zu trauriger Berühmtheit gelangte, da die englischen Besatzer hier viele der führenden Aufständler inhaftierten und schließlich exekutierten. Ceannt, Connolly, Heuston, Pearse, Plunkett - alles Namen, die man auch ohne historisches Wissen von diversen Straßen, Plätzen, Brücken oder Bahnhöfen her kennt.

Eamonn de Valera, erster Präsident der Republik Irland und Gründer der Partei Fianna Fail, war ebenfalls hier inhaftiert.

Bei der obligatorischen Führung und im Museum erfährt man so einiges über die Zustände, die hier und in Dublin geherrscht haben. Hoffnungslos überfüllte Zellen (obwohl das damals moderne Gefängnis gerade als eines mit Einzelzellen konzipiert wurde), gleiche Zellen und Bedingungen für Männer, Frauen und Kinder, die hier oft schon wegen geringfügigen Diebstählen für Monate eingesperrt wurden. Die meiste Zeit saßen die Gefangenen dann in den dunklen und kalten Zellen.

Der große Lichthof des Gefängnisse war schon in vielen Filmen zu sehen.

Das zweite Museum, das ich besuchte habe, war die National Gallery. Hier ein paar meiner persönlichen Highlights aus diesem tollen und kostenlosen Museum …

Kurz vor dem Flug hab ich mir dann noch eine Seafood Chowder im Hafen von Howth gegönnt (=das Warnemünde von Dublin). Howth ist der Name des Fischerdorfs und auch der ganzen hügeligen Halbinsel im äußersten Nordosten von Dublin. Wie in Rostock fährt man auch in Dublin mit der S-Bahn (bzw. DART) raus ans Meer. Howth hat einiges zu bieten: Es war vor genau 1000 Jahren Schauplatz der Schlacht zwischen den Iren unter ihren Hochkönig Brian Boru und den Wikingern, die bitter verloren haben. Es gibt außerdem eine Schlossruine, ein Dolmengrab und einen Golfplatz. Passend dazu haben sich viele irische VIPs hier ein Haus gekauft.

Und natürlich gibt es viele Fischfangkutter und alles, was dazu gehört.

Statt Spaziergang auf der Pier bin ich dann an den Klippen von Howth entlangspaziert …

… bis zum Baily Lighthouse. Von dort bin ich mit öffentlichen Bussen (1x Umsteigen) direkt zum Flughafen gefahren. Vom Flugzeug aus konnte ich dann noch kurz auf Howth herunterschauen, bevor es unter der Wolkensuppe verschwand. Also, Irland, bis nächstes Jahr oder so, dann aber mit der ganzen Familie!

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Rachel-Rose-Tubby 6 years, 9 months ago

Excellent shots!

6 years, 9 months ago Edited
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